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Ketan Bhatti
© Graz Diez

Der 1981 in New Delhi geborene und in Bielefeld aufgewachsene Komponist und Schlagzeuger Ketan Bhatti ist ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Genre- und Kulturwelten. Er bewegt sich zwischen Neuer -, Elektronischer - und Populärer Musik und forscht an transkulturellen zeitgenössischen Musiksprachen.

Ketan Bhatti war früh in der deutschen Jazz- und Hip-Hop-Szene aktiv und studierte Jazz-Drums an der Universität der Künste in Berlin, wo er seit 2002 lebt. Seine Arbeiten reichen von zeitgenössischer Kammermusik, über experimentelles Musik - und Tanztheater, Bühnen - und Filmmusik, bis hin zu elektronischen, Hip-Hop-basierten Produktionen, wobei u.a. subkulturelle Strömungen, sowie die Interaktion akustischer und elektronischer Klanggestaltung eine wesentliche Rolle spielen.

Von Januar bis Juni 2017 war Ketan Bhatti Stipendiat der Kulturakademie Tarabya in Istanbul; von 2010 bis 2012 Stipendiat der Graduiertenschule für die Künste und die Wissenschaften der UdK Berlin. In diesem Rahmen arbeitete er mit verschiedenen Ensembles und  mit  WissenschaftlerInnen an experimentellen, musiktheatralischen Mischformen aus Konzert und wissenschaftlichem Diskurs.

Als Komponist von Theatermusik arbeitet er seit 2003 mit seinem Bruder Vivan Bhatti  regelmäßig für die Inszenierungen des Regisseurs Nuran David Calis u.a. am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Köln. Seit 2009 produzieren und komponieren die Bhatti-Brüder die Musik zu den Produktionen der international tourenden Berliner Breakdance Gruppe Flying Steps. Die gemeinsame Produktion Flying Bach, für die sie Hip Hop-Bearbeitungen von Bachs Wohltemperiertem Klavier produzierten, wurde mit dem Echo Klassik Sonderpreis 2010 ausgezeichnet. Ketan und Vivan Bhattis Musiktheaterstücke basieren auf Kooperationen mit Autoren  wie Feridun Zaimoglu oder Roland Schimmelpfennig, stellen Fragen zu Integration und Ausgrenzung und wurden z.B. an der Neuköllner Oper oder der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin aufgeführt.

Im Tanztheaterbereich arbeitete Ketan Bhatti mit den Choreografen  Davide Camplani ( Sascha Walz & Guests) für ein inklusives Tanztheaer mit Menschen mit Down Syndrom und mit  Kadir Amigo Memis für ein Stück über heutige Jugendkultur in sozialen Brennpunktmilieus  zusammen.

Dem Wunsch nach einer transkulturellen Musiksprache folgend, initiierten Ketan Bhatti und seine langjährige musikalische Gefährtin Cymin Samawatie 2013 das Kammerorchester Divan der Kontinente, das sich aus Instrumentalisten der Berliner Philharmoniker sowie MusikerInnen aus Syrien, Japan, China, Israel, Libanon, Sibirien und der Türkei zusammensetzt, und zuletzt auf dem Jazzfest Berlin 2015 gastierte. Das Ensemble übersetzt den Begriff der Big-Band in zeitgenössische und hybride, postmigrantische Formen, die sich durch kulturelle Vielfalt und das Aufbrechen von Identitäten auszeichnen.

Ketan Bhattis enge Zusammenarbeit mit dem Berliner-Isländischen Ensemble Adapter führte zuletzt zu einer Reihe Uraufführungen im Rahmen des Wien Modern Festivals 2015 zum Thema Groove und Neue Musik.

Als Schlagzeuger spielte Bhatti bei diversen Bands  wie etwa bei Cyminology, die persische Lyrik in kammermusikalischen Jazz übersetzt, mit denen er bisher 3 CDs bei ECM veröffentlichte, und dem Brandt Brauer Frick Ensemble, das Techno mit klassischen Instrumenten spielt.

Bhatti blickt auf zahlreiche Veröffentlichungen und internationale Konzerte, sowie auf Stipendien und Auszeichnungen des Dt. Musikrats, des Berliner Senats und des Goethe-Instituts zurück. Als Komponist eines mit Simon Stockhausen aufgeführten Konzerts für Jazz und Neue elektronische Musik wurde Ketan Bhatti mit dem Karl-Hofer-Preis 2008 ausgezeichnet.

www.bhatti-music.de
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