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col legno | Porträt #2022

Das in Wien und Innsbruck ansässige Label col legno ist eine der letzten Bastionen der zeitgenössischen Musik und blickt mittlerweile auf fast 40 Jahre Musikgeschichte und mehr als 500 Veröffentlichungen zurück, darunter viele Referenzaufnahmen großer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Aperghis, Berio, Cage, Cerha, Crumb, Feldman, Globokar, Hosokawa, Kurtág, Lachenmann, Ligeti, Maderna, Neuwirth, Nono, Pärt, Rihm, Scelsi, Sciarrino, Ustvolskaya, Varèse, Xenakis und B.A. Zimmermann.

Der Fokus ausschließlich auf die zeitgenössische E-Musik des 20. Jahrhunderts – gekoppelt an das Trägermedium CD – führte Anfang der 00er Jahre zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, woraufhin sich finanzkräftige Musikliebhaber des angeschlagenen Labels annahmen und 2006 schließlich den Komponisten und Musiker Andreas Schett für die künstlerische Leitung an Bord holten. Dieser begleitet col legno seither und zeichnet bis dato sowohl für die gestalterische als auch die programmatische Neuausrichtung des Labels verantwortlich.

Mit der neugewonnenen künstlerischen Freiheit und der damit einhergehenden kontinuierlichen Erweiterung des inhaltlichen Spektrums hat col legno einen erfolgreichen Neustart hingelegt. Heute interessiert sich col legno besonders für jedwede Musik, die sich nicht auf Anhieb verorten lässt und spielerisch zwischen den Genres mäandert – ohne dabei das Zeitgenössische im umfassenden Sinn aus den Augen zu verlieren. Schließlich bedeutet col legno „mit dem Holz“. Alle Streicher wissen, was zu tun ist, wenn sie diese Spielanweisung in den Noten lesen: Sie nehmen den Bogen, drehen ihn um und schlagen mit dem Holz auf die Saiten. Einst unerhört und heute noch überraschend – mit spielerischer Offenheit wurde und wird die Klangvielfalt erweitert.

Andreas Schett, Inhaber und Geschäftsführer von col legno, widmet sich seit 2015 mit aller Leidenschaft dieser musikalischen Offenheit und Vielfalt. In diesem Vorhaben wurde er von 2015 bis 2021 vom Musikmanager Robert Chr. Schulz begleitet. Nun wird er tatkräftig von Marco Russo unterstützt, der u.a. als Veranstalter und Vermittler im Kunst- und Kulturbereich tätig ist.

Vorläufige Höhepunkte der Labelarbeit sind Wolfgang Mitterers Beethoven-Parforceritt „Nine in One“, Ketan Batthis zwischen Techno und Avantgarde angesiedelte Zusammenarbeit mit dem Ensemble Adapter, Paul Fricks Kooperationsalbum „Hofknicks“, die Meisterstücke früher elektroakustischer Kompositionen des Institute for Compouter Music and Sound Technology „Les Espaces Électroacoustiques I+II“, die Veröffentlichungen mit Scenatet, namentlich Christian Winther Christensens „Almost in G“ und Juliana Hodkinsons „Angel View“, schließlich die Neuinterpretationen romantischer Lieder von Schubert bis Mahler durch die Musicbanda Franui, deren Trompeter und Mastermind Andreas Schett ist.
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