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Franui - Ennui
Preis: € 16,00
WWE 1CD 20445

Franui
Ennui

01
Interlude dans un paysage avec une femme bâillante 05:32 Share
02
Litanei auf das Fest Allerseelen 05:18 Share
03
Einsame Blume 03:22 Share
04
Promenade dans une coquille de noix 04:37 Share
05
Der Mond ist aufgegangen 01:36 Share
06
Berceuse (mit unzureichendem Lidschluss) 05:14 Share
07
Petit requiem pour le troisième homme 06:07 Share
08
Teure Mutter 04:19 Share
09
Choral ennuyeuse 00:44 Share
10
Das Grab 04:10 Share
11
Kinderwaldscene 03:57 Share
12
Prière 02:11 Share
13
Großes Würfelspiel 02:58 Share
14
Deburau 00:59 Share
15
Ouverture ennuyeuse 05:23 Share
Gesamtspielzeit 56:27
Digital Booklet - nur mit Album
Editor’s Note

Das ist ein Album über die Langeweile, das die preisgekrönte Musicbanda Franui begleitet von Schauspieler Peter Simonischek aus dem alltäglichen Leben zurück in die Kindheit und von dort direkt auf den Friedhof führt. Mit Ennui ist nicht gemeint, was man in Wien fad nennt. Es geht um die existenzielle Langeweile, um jenen Moment, in dem Dich die schwarze Leere ergreift, Dir die Absurdität des Daseins bewusst wird – oder wie immer Philosophen diesen Zustand genannt haben. Einer von ihnen, Kierkegaard, behauptet: Aufheben könne man die Langeweile niemals durch Arbeit, nur durch Unterhaltung sei ihr beizukommen.

Die Unterhaltung, die Zerstreuung, der Zeitvertreib, das Vergnügen – in der Musik heißt das: Divertimento. Und brillante Themen dieser Gattung finden die Franuis für ihre in Erinnerung bleibende musikalische Erzählung bei Mozart, Satie, Schumann u. a. Es bleibt noch zu sagen: Gute Unterhaltung!
Lineup

Johannes Eder, Klarinette, Bassklarinette
Andreas Fuetsch, Tuba
Romed Hopfgartner, Sopran- & Altsaxophon, Klarinette
Markus Kraler, Kontrabass, Akkordeon
Angelika Rainer, Harfe, Zither, Stimme
Bettina Rainer, Hackbrett, Stimme
Markus Rainer, Trompete, Stimme
Andreas Schett, Trompete, Stimme
Martin Senfter, Ventilposaune, Stimme
Nikolai Tunkowitsch, Violine

Peter Simonischek, Lesung (Tracks 01, 04, 07, 11, 12, 14)
First Listener’s Note

Von Christian Seiler

Mit Mozart haben es Franui nicht so. Diskussionen über Melodie und Genie enden regelmäßig bei Schubert, egal wo man sie beginnt, und mit prachtvollen Mozart-Koloraturen oder geheimnisvollen Klangvorhängen in den Da Ponte-Opern muss man der Osttiroler Musicbanda gar nicht erst kommen. Sie vergleichen herzlich unbeeindruckt Äpfel mit Birnen und wiegen den ganzen Don Giovanni mit dem »Wirtshaus« von Schubert auf oder mit der »Litanei auf das Fest Allerseelen«, aber davon später.

Wenn dieses Franui-Album – es ist das elfte – also jetzt in einen geheimnisvollen Klangvorhang gehüllt wird, insgesamt eher unfranuiesk zart und ruhig – ein Automechaniker würde sagen, die Band fährt nur auf drei Häferln –, dann ist das weniger eine Reverenz an Mozart, bei dessen Divertimenti sich Franui bedienen, um dieses feine, funkelnde Klangmuster zu spinnen. Es ist vielmehr ein Verweis auf Mozarts Gebrauchsmusik, die er komponierte, damit seine Gönner bei Tisch nicht auf die eigene Unterhaltung zurückgeworfen wer- den, und eine Art Gebrauchsmusik ist auch Franuis »Ouverture ennuyeuse«, weil sie in das Panoptikum der zauberhaft paradoxen Langeweile einführt, als deren Türsteher der große Peter Simonischek fungiert und heiter deklamiert: »Hereinspaziert, Meinedamenunherrn, hier langweilt Ihr Euch königlich.« [...]
Artist’s Note

Von Markus Kraler und Andreas Schett

Wie eine Aufnahme entstand, bei der eine begehrte Tanz- und Begräbniskapelle aus Osttirol mit Mozart und Konsorten bei der Langeweile landete, sie aber niemals empfand.

Matthias Schulz, damals Intendant der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg (heute Intendant der Staatsoper Unter den Linden Berlin), fragte an, ob wir für die Mozartwoche 2017 etwas mit Mozart machen könnten. Nun ja, unsere Klangbatterie aus Streichern, Saiteninstrumenten sowie Holz- und Blechbläsern ist uns heilig und was ihren Farbenreichtum anbelangt, halten wir sie für schier unerschöpflich. Aber, gütiger Himmel, Mozart? Wir haben uns schon einmal aus der Affäre gezogen, indem wir das Menuett aus »Don Giovanni« mit alpinen Volksliedern überlagerten, weil ja auch im Original die Banda im Hintergrund ein Tänzchen spielt und auf der Bühne zugleich etwas ganz anderes verhandelt wird – nachzuhören auf unserer CD »Tanz! (Franz)«. Sollten wir jetzt ein Klavierkonzert mit dem Hackbrett zerlegen, oder eine Arie aus Figaro oder Così auf der Tuba blasen? [...]
About
© Julia Stix

Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1.402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Das Wort ist rätoromanischen Ursprungs und verweist auf die geografische Nähe Innervillgratens zum ladinischen Sprach- raum in den Dolomiten.

Die Musicbanda gleichen Namens spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und ist bei den renommiertesten Festivals und Konzerthäusern zu Gast, u. a. Wiener Konzerthaus, Burgtheater Wien, Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Ruhrtriennale, Staatsoper Unter den Linden Berlin, Münchner Opernfestspiele, Philharmonie Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Schauspielhaus Zürich, Holland Festival oder Philharmonie de Paris.

Mit ihren Aneignungen der Lieder von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler wurde die Musicbanda Franui über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Dabei versteht sich das Ensemble als »Umspannwerk zwischen Klassik, Volksmusik, Jazz und zeitgenössischer Kammermusik«; manches Mal wird die klassische Vorlage in all ihrer Schönheit liebevoll zelebriert, manches Mal vom Kopf auf die Füße gestellt (oder umgekehrt), skelettiert, angereichert, übermalt, weitergedacht. Die Grenzen zwischen Interpretation, Improvisation, Arrangement und (Re-)Komposition verschwimmen.

Bei ihren Konzerten und Musiktheaterproduktionen verbünden sich die Musiker häufig mit herausragenden Bühnenpartnern wie dem Bariton Florian Boesch, dem Autor Hans Magnus Enzensberger, dem Puppenspieler Nikolaus Habjan, dem Maskentheater-Ensemble Familie Flöz, dem Videokünstler Jonas Dahlberg oder den Schauspielern Dörte Lyssewski, Sven-Eric Bechtolf und Peter Simonischek.

Im Wiener Konzerthaus gestaltet Franui seit 2015 jährlich im Mai das Festival »Gemischter Satz«, bei dem Musik, Bildende Kunst, Literatur und Wein in einem neuen Zusammenspiel präsentiert werden.

Die CDs von Franui erscheinen beim Label col legno und wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet. »Ständchen der Dinge«, das Album zum 25. Geburtstag des Ensembles, erhielt 2018 den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.
Weitere Informationen finden Sie unter

www.franui.at

1CD

Instrumental

Ensemble

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