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Xiaoyong Chen - Imaginative Reflections
WWE 1CD 20438
Dieser Artikel erscheint am 15.12.2017.

Xiaoyong Chen
Imaginative Reflections

01
Wandering Illusion: I. ... from the distance 02:45 Share
02
Wandering Illusion: II. Lightness 01:20 Share
03
Wandering Illusion: III. Vibrations in the air 02:07 Share
04
Wandering Illusion: IV. Twinkling 01:45 Share
05
Wandering Illusion: V. Wood, water and metal 04:22 Share
06
Wandering Illusion: VI. Bell and songs 04:28 Share
07
Diary V: I. Farben in Bewegung 01:52 Share
08
Diary V: II. Filterung 00:52 Share
09
Diary V: III. Ohne Titel 00:49 Share
10
Diary V: IV. Reihungen 03:36 Share
11
Diary V: V. Zoom out 04:35 Share
12
Imaginative Reflections: I. Crystallization 01:53 Share
13
Imaginative Reflections: II. Lights 02:37 Share
14
Imaginative Reflections: III. Waves 04:43 Share
15
Imaginative Reflections: IV. Reflected sculpture of light 03:18 Share
16
Imaginative Reflections: V. Sound of light 05:26 Share
17
Imaginative Reflections: VI. Untitled Song 01:57 Share
18
Imaginative Reflections: VII. Silentium 04:02 Share
19
Evapora: I. 04:56 Share
20
Evapora: II. 03:15 Share
21
Evapora: III. 06:08 Share
Gesamtspielzeit 01:06:46
Digital Booklet - nur mit Album
Editorial
Klänge wie aus einer anderen Welt sind auf dieser Produktion zu hören. Sie breiten sich im Raum aus und entschwinden. Oder besser: sie vergehen, verdunsten, kristallisieren, sie lagern sich ab. In dieser Musik geht es um das Verklingenlassen, das Fortklingen, den Nach-Hall. Europäische Instrumente klingen asiatisch und asiatische werden in die europäische Kunstmusik integriert. Immer wieder stellt der 1985 in Deutschland eingewanderte Xiaoyong Chen – einst Kompositionsschüler von György Ligeti, heute selbst Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg – die Frage nach dem Dazugehören. Und die große Frage: Sind fremde Kulturen wirklich zu verstehen? »Der große Ton hat unhörbaren Laut, das große Bild hat keine Form«, lautet ein berühmter Satz von Laozi, der in chinesischen Schri zeichen auf dem Cover dieser Einspielung (durch das Ensemble Les Amis Shanghai unter der Leitung von Jensen Horn-Sin Lam) steht.
Bleibt hinzuzufügen: Die Großen Fragen bleiben ewig.
Xiaoyong Chen: Imaginative Reflections

Wandering Illusion for sheng, clarinet, violin, viola,cello and piano (2016)

I. ... from the distance
II. Lightness
III. Vibrations in the air
IV. Twinkling
V. Wood, Water and Metal
VI. Bell and Songs

Diary V – Five Pieces for quarter tone piano (2013)

I. Farben in Bewegung
II. Filterung
III. Ohne Titel
IV. Reihungen
V. Zoom Out

Imaginative Re ections for clarinet, violin, cello and piano (2015)

I. Crystallisation
II. Lights
III. Waves
IV. Reflected sculpture of light
V. Sound of light
VI. Untitled Song
VII. Silentium

Evapora for flute, clarinet, violin, cello and piano (1996)

I.
II.
III.


All tracks written and composed by Xiaoyong Chen (published by Internationale Musikverlage Hans Sikorski GmbH & Co. KG)

Jensen Horn-Sin Lam, artistic director, viola; Shuting Wu, violin; Yuan Zhang, cello; Cong Li, clarinet and piano solo (Diary V); Xiangjun Yu, piano; Jing Yao, flute; Junjun Tian, violin; Jiannan Chen, sheng; Le Dai, clarinet

This CD was commissioned by the Shanghai Conservatory of Music and the Gaofeng Gran Support Project. Special thanks go to the Beijing Capital Normal University’s College of Music and the Shanghai Tongxinzhai Gallery.
First Listener’s Notes von Ilja Stephan

Gedanken beim Hören von Xiaoyong Chens Musik

Anfänge – Impulse
Am Anfang von Xiaoyong Chens »Evapora« steht ein kurzer, kräftiger Impuls des Klaviers. Obwohl, ist das wirklich ein Klavier, was man hier hört? Die Saiten sind abgedämpft, die Töne der Quinte b – f werden kurz hintereinander angeschlagen und klingen, als würden sie auf einer Zither gezupft. Der Klang des guten, alten Konzertflügels ist bis zur vollständigen Verwandlung verfremdet. Während der Nachhall des ersten Impulses verklingt, übernimmt das Cello, trägt den tiefsten Ton weiter, lässt ihn anschwellen und leitet über zum zweiten Impuls der Pseudo-Zither, die ihr Statement noch zweimal leicht variiert wiederholt. Nach einer Pause setzt die Musik neu an, wieder mit der Quinte b – f, doch nun schleicht sich im Cello eine neuer, dritter Ton ein. Nach und nach werden die Töne der Quinte um ihre unmittelbaren Nachbartöne ergänzt. Die neuen Töne lagern sich an den Kerntönen an und bilden mit ihnen dissonante Tontrauben; ein Minimum an melodischer Bewegung hält Einzug, ein Halbtontriller im Bass und ein Halbtonschritt in der Flöte beleben das Geschehen.

Was Xiaoyong Chens Musik ausmacht, ist in diesem Anfang exemplarisch verdichtet. Schon der Titel ist Programm: »Evapora« kommt von »Evaporation« (Verdunstung). Um Klänge, die sich im Raum ausbreiten und langsam wieder verwehen, geht es in dieser Musik. Ein Modell für Chens Musik bildet die in China hochentwickelte Kunst des Zitherspiels. Im Zentrum des Interesses steht dabei der einzelne Ton, dessen Fortklingen nach dem ersten Impuls mit größter
Subtilität ausgestaltet wird. Nicht die Kombination vieler Töne, sondern das nuancierte Verklingenlassen jedes einzelnen Tones ist in dieser vornehmen Kunst die Hautsache. Dieses zentrale Prinzip der traditionellen chinesischen Kunstmusik hat Chen in »Evapora« mit einem Ensemble westlicher Instrumente neu realisiert.

Fast zwei Jahrzehnte liegen zwischen »Evapora« von 1996 und »Imaginative Reflections« von 2015, doch das Modell, dem Chens Musik folgt, ist geblieben. Auch hier steht am Anfang ein sich wiederholender Impuls in den tiefen Registern des Klaviers; auch hier übernimmt wieder das Violoncello und trägt den Ton weiter. Und auch hier lagern sich nach und nach Nebentöne an den Hauptton an und bilden Cluster. Der Titel des Satzes »Crystallization« bringt dieses Verfahren auf den Punkt. In »Imaginative Reflections« aber mutiert der europäische Konzertflügel nicht zur quasi-asiatischen Zither; hier soll der Flügel nach Flügel klingen, was das Instrument an Resonanzenreichtum und Nachhallmöglichkeiten zu bieten hat, nutzt der Komponist voll aus.

Xiaoyong Chens Musik ist für geduldige Hörer; allmähliche, feine Veränderungen innerhalb eines eng begrenzten Rahmens sind ihr Thema. [...]
About: Xiaoyong Chen
Xiaoyong Chen, geboren 1955, Komponist, studierte Komposition am Central Conservatory of Musisc in Beijing (1980–1985) und anschließend bei György Ligeti in Hamburg (1985–1989).

Sein Werk umfasst Orchester- und Kammermusik u. a. mit chinesischen Instrumenten. Seine Musik wird regelmäßig auf den wichtigsten Festivals sowie in zahlreichen Konzertreihen auf fast allen Kontinenten aufgeführt. Er schreibt Musik im Auftrag und arbeitet weltweit mit Orchestern, Festivals, Universitäten zusammen. Zu diesen gehören Festivals wie die Donaueschinger Musiktage, das Holland Festival, das Festival Présences Paris, World Music Days, Festival MaerzMusik, Hudders eld Festival, Warsaw Autumn, Kölner Biennale, Soundstreams Festival Toronto, Schleswig-Holstein Music Festival, Münchner Biennale etc., Orchester, mit denen Chen arbeitet: Gulbenkian Orchestra, SWR-Sinfonie- orchester, Münchner Philharmonikern, China National Symphony, Orchestre Philharmonique de Radio France, KBS Orchestra, Zürcher Kammerorchester, London Sinfonie a, Ensemble Modern, Klangforum, Ardi i Quartet, Auryn- Quarte , Kairos Quartett etc.

Xiaoyong Chen arbeitet seit 1994 intensiv mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, von der er großzügige musikalische und künstlerische Unterstützung erhält. Zu den wichtigsten Ereignissen mit seiner Musik gehören ein vierstündiges Porträtkonzert mit dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg im Jahre 2008.

Chen ist Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Gastprofessuren führten ihn ständig nach China und Ostasien. Er ist Mitglied in der Freie Akademie der Künste Hamburg. Sein gesamtes Werk wird exklusiv durch die Internationale Sikorski Musikverlage GmbH vertrieben.

Chen ist fasziniert von der Entstehung und Entwicklung des einzelnen Tones, seine Werke haben als Ausgangspunkt o ein vermeintlich einfaches Klangereignis, das von kompositorischer Ausarbeitung noch unberührt scheint. Komponieren ist für Chen eine Kommunikation mit dem Klang, ein Aufspüren von dessen noch verborgen Möglichkeiten. Daher besitzen seine Werke eine Offenheit, die den Eindruck erweckt, auch der Komponist sei sich a priori nicht darüber im Klaren, wohin ihn die Musik führt.

1CD

Instrumental

Contemporary

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